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Business Development & KAM

Neue Herausforderungen für Automotive-Zulieferer: Strategische Hinweise für Tier-2

Aus dem Vortrag von Dr. Heiko Engels und dem Austausch auf der IZB 2026 lassen sich zentrale Prioritäten für die Wettbewerbsfähigkeit von Automotive-Zulieferern ableiten.

Von Christine Caillaud

4. November 2026 · 3 Min. Lesezeit

Business-Briefing zu strategischen Prioritäten für Tier-2-Zulieferer in der Automotive-Industrie

Aus dem Vortrag von Dr. Heiko Engels, CTO von Kirchhoff Automotive, beim „Morning Briefing“ am 28. Oktober 2026 im Rahmen des Livestage-Programms sowie aus dem Austausch mit weiteren Vertretern der Automotive-Industrie auf der IZB 2026 in Wolfsburg, Deutschland, lassen sich einige strategische Prioritäten für die Wettbewerbsfähigkeit von Automotive-Zulieferern ableiten

1. Volatilität der Volumen und Produktionsflexibilität

·       Die Nachfrageschwankungen zählen heute zu den größten Herausforderungen für OEMs und Tier-1.

·       Es ist nicht mehr tragfähig, sämtliche Investitionen auf die zu Projektbeginn erwartete Spitzenkapazität auszulegen.

·       Erforderlich sind schrittweise Investitionen, die der tatsächlichen Entwicklung der Volumina entsprechen.

Für einen Tier-2: Das Ziel muss sein, Produktionsflexibilität zu nutzen, Volumina rasch anzupassen und industrielle Investitionen im Verhältnis zur Nachfrage zu halten.

2. Kostenwettbewerbsfähigkeit und Kapitalmanagement

·       Starker Druck auf Preise, Energiekosten und Rohstoffe, insbesondere Aluminium und Magnesium.

·       Cash Management und in Anlagen sowie ungenutzter Kapazität gebundenes Kapital sind wesentliche Problembereiche.

·       Erforderlich sind effizientere industrielle Modelle und geringere, nicht zwingend notwendige Vorabinvestitionen.

Für einen Tier-2: wettbewerbsfähige Lösungen mit flexibler Industrialisierung und Fokus auf die Gesamtkosten anbieten.

3. Automatisierung, Qualität und Digitalisierung

·       Kirchhoff betrachtet Automatisierung als grundlegenden Wettbewerbsfaktor für europäische Werke.

·       KI und der intelligente Einsatz von Daten können Effizienz, Produktivität und Entscheidungsgeschwindigkeit verbessern.

·       Hohe Qualitätsstandards, Automatisierung und technische Kompetenzen ermöglichen es, auch in Europa wettbewerbsfähige Produktionen aufrechtzuerhalten.

Für einen Tier-2: Prozesseffizienz, industrielle Qualität, technische Kompetenz und kontinuierliche Verbesserung nachweisen.

4. Partnerschaften und Zusammenarbeit in der Supply Chain

·       Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen gewinnt an Bedeutung, um Kompetenzen, Ressourcen und Investitionen zu teilen.

·       Das Modell wird überwunden, in dem jedes Unternehmen alle Aktivitäten intern entwickelt.

·       Strategische Partnerschaften dienen als Instrument, um Kosten zu senken und neue Chancen zu erschließen.

Für einen Tier-2: sich nicht nur als Komponentenhersteller positionieren, sondern als verlässlicher technisch-industrieller Partner, der integrierte Lösungen anbieten kann.

5. Internationale Konkurrenz und China

·       Der chinesische Wettbewerb wird als erhebliche Herausforderung anerkannt, insbesondere bei den Kosten.

·       Kirchhoff betrachtet auch die Zusammenarbeit mit chinesischen Zulieferern und OEMs als mögliche Chance.

·       Die Gruppe stärkt ein internationales Netz aus Kompetenzen und Produktionsaktivitäten, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Für einen Tier-2: sich durch Flexibilität, Kundennähe, Qualität, Reaktionsgeschwindigkeit und Gesamtwettbewerbsfähigkeit differenzieren.

6. Marktentwicklung und neue Chancen

·       Kirchhoff hob auf der IZB die Präsenz von Gesprächspartnern von Volkswagen, Škoda, Porsche und Audi hervor.

·       Neue chinesische OEMs in Europa stellen sowohl eine Herausforderung als auch eine potenzielle Chance dar.

·       Das Interesse an einer Diversifizierung von Märkten und Produkten nimmt zu, um die Abhängigkeit von traditionellen Automotive-Volumina zu verringern.

Für einen Tier-2: das Kundenportfolio erweitern und Produktionskapazitäten beibehalten, die für verschiedene Komponentenfamilien und Märkte einsetzbar sind.


Die zentrale Botschaft lautet, dass Tier-1-Zulieferer zunehmend Lieferanten suchen, die Wettbewerbsfähigkeit, Qualität, Volumenflexibilität und einen begrenzten Kapitaleinsatz miteinander verbinden.

Für einen Tier-2 können diese Faktoren zu Differenzierungsargumenten im Dialog mit Kirchhoff und anderen europäischen Tier-1 werden, sofern sie durch konkrete Beispiele und industrielle Daten untermauert sind.

 

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